Jede Messung macht die Veränderung sichtbar

Es gibt zwei physiologische „Atemtreiber“. VT1 bedeutet „first ventilatory threshold“ (erste ventilatorische Schwelle). An der ersten Atemschwelle wird CO2 aus der Bikarbonatpufferung der lokalen muskulären metabolischen Laktatazidose excessiv freigesetzt. Einfach ausgedrückt: an dieser Schwelle ist ein erster Laktatanstieg mit Laktatpufferung zu messen. Dieser Laktatanstieg verursacht eine Steigerung der Ventilation (Atmung) und damit zu einer Steigerung der CO2-Abgabe im Verhältnis zur O2-Aufnahme. Wer „unterhalb“ oder an VT1 trainiert, kann seinen Fettstoffwechsel und seine Grundlagenausdauer verbessern.
VT2 bedeutet „second ventilatory threshold“ (zweite ventilatorische Schwelle). Die zweite Atemschwelle ist gekennzeichnet durch eine erkennbare respiratorische Kompensation einer im weiteren Verlauf der Belastung auftretenden metabolischen Azidose. Einfach ausgedrückt: beginnende Hyperventilation, da die bluteigenen Puffersysteme erschöpft sind. Wer an VT2 oder „oberhalb“ davon trainiert, kann seine Fitness (O2-Aufnahme) und Tempohärte verbessern.
Der Bereich zwischen VT1 und VT2 wird als „Black Hole of Training“ bezeichnet. Ein Training im „Schwarzen Loch“ führt weder zu einer Verbesserung der Ausdauer noch zu einer Steigerung der Fitness. Häufiges Training in diesem Belastungsbereich führt mittel- bis langfristig zu Leistungsstagnation, Ermüdung und Motivationsverlust. Ein Training im schwarzen Loch fühlt sich paradoxerweise „richtig“ an, weil man sich nach dem Training so „schön fertig“ fühlt. So besteht die Gefahr, dass der Sportler sein Grundlagentraining vernachlässigt, weil es ihm zu „lasch“ erscheint und das Intervalltraining meidet, weil es ihm zu anstrengend ist.
Mit der Spiroergometrie können wir den Bereich des maximalen Fettstoffwechsels bestimmen. Aus dem Verhältnis von CO2-Abgabe zu O2-Aufnahme können wir den Anteil der verstoffwechselten Energieträger berechnen. Für alle Ausdauersportler und Abnehmwilligen ist ein Training an „Fett-Max“ von entscheidender Wichtigkeit.
Für alle Läufer, Radfahrer, Triathleten aber natürlich auch für alle „Jedermänner“ ist eine gute Grundlagenausdauer von großer Bedeutung. Körperliche und geistige Belastungen werden leichter „weggesteckt“ und die Erholungsphasen sind für Menschen mit guter Grundlagenausdauer kürzer.
Ein Training oberhalb von VT2 wird als Intervalltraining durchgeführt. Belastungen im submaximalen Bereich führen zur Verbesserung der Sauerstoffaufnahme und zur Steigerung der Kraft und der Schnelligkeit.

ERGEBNISSE NACH
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Zu Beginn liefert uns die Spiroergometrie die wertvollen Daten zum körperlichen Ist-Zustand eines Menschen. Darauf baut die Beratung auf und evtl. Trainingspläne können entwickelt werden.
Ergebnisse nach 2 Wochen:
Nach ein bis zwei Wochen werden sich wahrscheinlich bei einem Anfänger mit der Spiro noch keine gravierenden Veränderungen dokumentieren lassen. Veränderungen hängen stark vom Verhalten des Menschen und seiner Trainingsintensität und -häufigkeit ab. Sollte jemand beispielsweise sehr häufig und intensiv trainieren (bspw. zweimal am Tag), dann kann es auch sein, dass sich schon nach ein bis zwei Wochen entsprechende Anpassungsreaktionen zeigen.
Ergebnisse nach 4 Wochen:
Bei regelmäßigem Training zeigen sich die erwarteten Veränderungen. VT1 und Fettmax werden sich nach rechts verschieben. Das bedeutet, dass die Person ihre Grundlagenausdauer verbessert hat und bei subjektiv gleicher Anstrengung schneller laufen kann. Wahrscheinlich werden sich auch die maximale Laufgeschwindigkeit und damit auch die Sauerstoffaufnahme leicht verbessern. Meistens "bewegt" sich auch VT2 schon leicht nach rechts, obwohl die Person noch keine intensiven Intervalle trainiert hat.
Ergebnisse nach 6 Wochen:
Die Verbesserungen setzen sich fort. VT1 und Fettmax verschieben sich weiter nach rechts. Im optimalen Fall verkleinert sich das "Schwarze Loch" (der Abstand zw. VT1 und VT2). Die Veränderungen sollten sich auch am Körpergewicht und an der Körperzusammensetzung zeigen (weniger Körperfett, athletischere Figur).
Ergebnisse nach 8 Wochen:
Dadurch dass das Training intensiver wird verbessern sich VT2 und die maximale Belastbarkeit deutlich. Die Sauerstoffaufnahme steigt, was dazu führt, dass die Person leistungsfähiger wird und sich besser fühlt.
Ergebnisse nach 10 Wochen:
Eine Person, die sich 10 Wochen an einen Trainingsplan hält, kann mit deutlichen Veränderungen rechnen. Wahrscheinlich werden sich alle Parameter um 10-20 Prozent verbessern - je nach Ausgangszustand auch mehr (komplette Anfänger) oder weniger (absolute Spitzenathleten freuen sich auch über drei Prozent Verbesserung).